Kaufmann’s notes from Heidegger’s lecture “Einleitung in die Phänomenologie der Religion WS 1920/21”

Heidegger’s lecture “Einleitung in die Phänomenologie der Religion WS 1920/21” (which is published in GA 60) was attended by Fritz Kaufmann. His lecture notes (which are housed in the Husserl-Archives) are written in “Gabelsberger Stenographie”. The editors of GA 60 could not use Kaufmann’s notes because they are still not transcribed.

What follows is an example of Kaufmann’s notes and the reference to Heidegger’s lecture “Einleitung in die Phänomenologie der Religion WS 1920/21”.

(see Phaenomenologica 184: SYLVAIN CAMILLERI “PHÉNOMÉNOLOGIE DE LA RELIGION ET HERMÉNEUTIQUE THÉOLOGIQUE DANS LA PENSÉE DU JEUNE HEIDEGGER”)

 

 

Pages from Heidegger - GA 60 - EINLEITUNG-IN-DIE-PHAffffNOMENOLOGIE-DER-RELIGION-2blog - Kaufmann Heidegger

„Der Konflikt“ (Fritz Kaufmann) – S. 10-17.

Die Endlichkeit der geschichtlichen Person betrifft sowohl den Grad ihrer wirklichen wie den ihrer möglichen Entfaltung. Das erste bedeutet, dass in der Person ein Noumenon angelegt ist, das in der Wirklichkeit geschichtlicher Erscheinung immer nur zu endlicher, unvollkommener Darstellung gelangt. Solange eine Person hingegeben an Werte und Wertwirklichkeiten, die ihrem personalen Wertwesen entsprechen, in ein ihr zugängliches Reich der Werte tiefer eindringt, erwachen auch in ihr immer neue personale Werte zu geschichtliche Erscheinung. Darin besteht zum guten Teile das Wachstum des Menschen mit seinen höheren Zwecken, dass bisher unangerufene, darum unentdeckte personale Werte zu oft wundersamer Bewährung kommen; solche neuen Tiefen tun sich aber im Geiste auf, solange er strebt; in jedem Momente also ist die wirkliche geistige Entfaltung der Person unvollendet, endlich gegenüber dem Ideale der vollentfalteten Person. Erst der Quietismus des Geistes entzieht ihn der Geschichtlichkeit.[1]

Aber nicht nur dem Ideale der Person gegenüber, sondern auch dem Ideale der Vernunft gegenüber ist die geschichtliche Person beschränkt, auch ihre Entfaltungsmöglichkeiten sind endlich. Diese Endlichkeit geht zurück 1.) auf die Besonderung der in einer Person angelegten Werte, 2) auf das besondere Gewicht jedes dieser [S. 11]Werte für die Konstitution des personalen Wesens.

Die eigentümliche Wertheit jeder geschichtlichen Person ergibt sich aus der Vereinigung nur gewisser und gerade dieser Werte und Unwerte. In keiner endlichen Person sind sämtliche Werte angelegt. Wohl aber wird eine eigentümliche, aber vielleicht nicht notwendige Totalität für jede Person gewonnen durch Wertanlagen in jeder der die Personalität erfüllenden Wertrichtungen: die Vorhandenheit oder Nichtvorhandenheit und die Stellung der personalen Werte bestimmt dann, wie tief eine Person erfassend und gestaltend in ein Kulturgebiet einzudringen im Stande ist. Indem sie angesichts bestimmter animalischer, seelischer, geistiger Gegebenheiten und Erfordernisse in gemeinsame Erscheinung treten, gewinnen sie eine Bezogenheit aufeinander, die ihren Träger durch Vereinbarkeit oder Unvereinbarkeit zu einem eigenartigen Typus macht. So machen etwa Pietätsgefühl, dankbarer Sinn, Liebesbedürfnis die natürliche Sohnschaft zu einem phänomenalen Wertverhältnis, ihren Träger zum Typus eines guten Sohnes. Zum Typus gehört aber nicht nur die Vereintheit und der Zusammenschluss gewisser Werte, sondern auch die Auszeichnung einer Wertrichtung als Dominante schafft sinngemäß typische Konstellationen der Dienstbarkeit der übrigen Werte. Der vom Erwerbssinn beherrschte wirtschaftliche Mensch macht seinen Erkenntnisdrang der Voraussicht technischer Nutzungen untertan, seine Phantasie hat die betriebsame Erfinderischkeit Balzac‘scher Menschen, sein sozialer Trieb [S. 12]macht ihm die anderen um ihrer Ausbeutbarkeit willen schätzbar usw. Der Wissenschaftler spürt den sozialen Drang vor allem im Hang zur intellektuellen Gemeinschaft mit Vernunftwesen, sein Machtstreben – anhebend in kleinlich persönlichen Eitelkeiten wie dem Prioritätsstreit – gipfelt sich zum platonischen Herrschaftspostulat der Vernunft auf, das Philosophen auf Königsthrone hebt.

Die ganze Mannigfaltigkeit der Einigungen und Eingliederungen in Typen können wir hier nicht auseinanderlegen. Als heuristisches Prinzip dürfte sich wohl, wie ähnlich Spranger in seinem Entwurf über Lebensformen angenommen hat, die Herausdestillierung der Werte, so wie sie in die verschiedenen typischen Kulturgebilde als deren Werdekräfte eingeflossen sind, empfehlen; der Beitrag, den sie zu ihrem Aufbau lieferten, spiegelt die Stellung wieder, die Ihnen in der Struktur der aufbauenden Persönlichkeit vernünftigerweise zukommt.

Es braucht kaum gesagt zu werden, dass im allseitigen Lebensbezug kaum je Typen von so dämonischer, schicksalshafter Einseitigkeit auftauchen, wie hier skizziert. Schon dass wir im Schnittpunkt vieler Lebenskreise stehen, begünstigt unsere Entfaltung als Übergangserscheinungen zwischen Typen, die nicht mit ausschließender Entschiedenheit in uns angelegt sind; es sind dann vielmehr Werte verschiedener Typenbereiche von so ebenbürtiger Konstitutivität für unsere Person, dass sie immer und immer wieder je nach der Gunst der Umstände als Kronprätendenten auftreten können. Andererseits kann [S. 13]die Eigenart von Lebensaufgaben zur Gerechtwerdung eine einseitige Verlegung unseres geschichtlichen Schwerpunktes bedingen, eine Vereinseitigung zuungunsten vielleicht wertvoller Komponenten des personalen Wesens, die bis zur Untreue an ihm führen kann.[2] Das starke Gefühl für die so begründete Unheiligkeit des Handelns wendet Menschen vom Typ des Selbsterlösers dem Nihilismus zu.

Alle Typik ist also nur durch sinnhafte Verschwisterungen und Verfeindungen, ausgehend von einem bestimmten Punkt innerhalb des Reiches personaler Werte bestimmt, die sich in ihr rein, ohne Trübung wie ohne gesteigerte Besonderheit, darstellen. Der Typus ist als eine Struktur nur rationaler Sinnbestimmtheit von einer gewissen Dürftigkeit und von dem Reichtum der Individualität unterschieden, der sich in dieser vernunftmäßigen Wertkonstellation nicht erschöpft, sondern sein Wesen in einer besonderen, übervernünftigen, oft einzigartigen Bindung der personalen Werte dokumentiert. Individualität ist also hier nur im Sinne eidetischer Singularität, einzigartiger Abschattungen verstanden, nicht in dem ontischer Singularität, die dem Naturding ebenso wie der geschichtlichen Person schon durch das Wesen der Raum-Zeitlichkeit unbedingt gewährleistet ist. Es ist jene letztliche Bestimmtheit gemeint, die etwa in Spinoza nicht nur überhaupt Phantasie oder religiöses Gefühl hinter dem Erkenntnisdrang [S. 14]zurücktreten lässt – wenn wir Spinoza als typisch theoretischen Geist fassen dürfen –, sondern es in ganz besonderer Weise tut, die mir selbst wieder zu erlebten Gegebenheit durch ihren Ausdruck z.B. in seiner Systematisierungskunst oder etwa in seiner Fassung des Begriffes amor dei kommen kann. Die Möglichkeit dazu liegt – wie gesagt – darin, dass durch die charakteristische, nicht durch bloße Vernunft bestimmte Gewichtigkeit gewisser Werte für eine Person, ihre mehr oder minder konstitutive Bedeutung, die Möglichkeit für spezifische Über- und Unterordnungsverhältnisse geschaffen ist. Gewinnt diese Durchgestaltung der Wertperson einen beispielhaften Charakter der Geschlossenheit, so wird die Individualität zum Idealbild, das also nicht durch den Besitz gewisser Merkmale bestimmt ist, sondern nur als unvergleichlicher Aufbau aus und nach gewissen Werten dasteht.

Die Endlichkeit einer Person bedeutet also für ihre wirkliche Entfaltung das notwendige Zurückbleiben hinter ihrem idealen Wesen, für ihre möglichen Entfaltung 1.) die Eingegrenztheit in personale Werttypik aufgrund des Sinnzusammenhanges der gerade in ihr angelegten Werte und 2.) die Individualisierung aufgrund der aufbauenden Bedeutung ganz bestimmter Werte für ihr Wesen. Und es stellt diese Typik und Individualität der endlichen Person eine Einschränkung gegenüber der unendlichen Personalität dar, die wir Gott[3] nennen, wie immer es um deren [S. 15]Existenz bestellt sei. In Gott wären alle Werte zu sinnvoller Ausgewichtung gebracht: Er wäre über-typisch, weil keine Vereinigung besonderer Werte ihn charakterisiert, über-individuell, weil die Subordination der Werte in ihm eine reine Widerspiegelung der Rangordnung der Werte darstellt. Aus Gottes übersieghafter Ruhe, seiner vollen Entfaltetheit flössen Werke und Wirken rein und hemmungslos in eine ewige Dauer der Vollendung, nicht in jene Zeit der Geschichte, die durch Entfernung von, durch Annäherung zum Zentrum des Geistes gemessen wird. Die Geschichte ist die Geschichte endlicher Personen. Und umgekehrt: endliche Personen bedürfen zu ihrer Darstellung das Medium und die Materie der Geschichte; darin enthüllen sie im Sichentfalten ihre Werte, die sie sinnvoll zu typischen Strukturen einen, letztlich dem Wesenssinne ihrer Individualität unterwerfen. Erst in diesem letzten Stadium wächst dem Geist volle Geschichtlichkeit, d.h. Kraft der Bildung der Einheit einer Geschichte zu, wenn er zu der Individualität gelangt ist, dass seine Bemühungen die Zeiten [S. 16]und Momente, die sie erfüllen, selbst individuell und unverwechselbar gestaltet haben. Ein Punkt der Zeit wird zum Moment der Geschichte dadurch, dass in ihm die Wandlungen des Geistes eine Phase durchlaufen, die ihm nie gewesene, nie wiederkehrende Erfüllung gibt. Die Einheit der Geschichte schließt ewige Wiederkehr aus.[4]

Ist die geistige Einheit einer Person auch stets eine in der Geschichte werdende, nie wie die der Natur, auch der psychischen Natur, eine seiend gegebene, so soll doch nicht geleugnet werden, dass es ein Stadium der geistigen Entwicklung gibt, das Stadium der Reife, in dem der Mensch als geistige Person zu sich selbst gekommen, geworden scheint, was er – im transzendentalen Sinne – ist, wo sich sein personales Wesen durch vollständige Apparenz seiner Werte und deren Bedeutsamkeit für dies Wesen offenbart. Ja, dieses Stadium ist nicht einmal in dem Sinne ein Punkt des Werdens, dass es wie die Höhepunkte des animalischen und psychischen Lebens als Grenzscheide zwischen Auf- und Abstieg fungiert. Stelle ich in begrifflicher Isolierung das Leben der Person rein auf den Geist[5]; so ist prinzipiell eine unendliche Höhenwanderung möglich. Dass in Gesamtpersonen die Staat, Nation, Kirche usw. das geistige Wesen die natürlichen Fundamente mit viel abgelösterer Selbstständigkeit überbaut, ist der Hauptgrund des Glaubens an ihre „Unsterblichkeit“ und (gegenüber dem Stückwerk des Einzellebens) an die Erfüllbarkeit [S. 17]nationaler oder kirchlicher Missionen.

[1] Auf Seite 17 ff. <= hier S. ??> wird gezeigt, in welcher Einschränkung diese Behauptung verstanden werden muss.

[2] Die Verkennung ihm abseitiger Werte, fremder Lebensaufgaben, fremdpersonalen Wesens gehört ja zur anerkannten Typik des Schaffenden.

[3] Wir sprechen nur von dem unendlichen Wertwesen. Denn Gott und nicht der Teufel (beide bloß als phänomenale Gegebenheiten erfasst) überbaut die Endlichkeit des menschlichen Wesens mit unendlicher Wertvernunft, weil trotz der möglichen Gegebenheit von Unwerten in ihm in den Prinzipien seiner Lebenshaltung das Wesen der Vernunft, nicht der Widervernunft zum Durchbruch kommt: Das Gefühl eines Wertes motiviert für den Menschen vernünftig Achtung und Ehrfurcht, nicht widervernünftig Hohn und Spott, fordert Hingabe und eventuell Realisierung, nicht Auflehnung und eventuell Zerstörung,  kennzeichnet Hingabe an Werte als Treue, Hingabe an Unwerte als Verstockung. Das Gefühl des Höherwertes bedingt ihm dessen Vorzug, das des Niederwertes dessen Nachsetzung und umgekehrt. Wie unvollkommen er immer diesen Vernunftzusammenhängen gerecht wird, nur als Vernunftwesen kann er doch den Teufel als Feind und Verführer, die Sünde als Abweichung von der menschlichen Bestimmung spüren. Wie das Böse dennoch in die Welt kommt, darüber kann an dieser Stelle nicht gehandelt werden, es ist unerheblich gegenüber der absoluten Evidenz der Fassung des Menschen als Vernunft-, d.h. positiven Wertwesens.

[4] Selbst bei der apriori denkbaren Voraussetzung, dass die Fülle möglicher Individualitäten in der geschichtlichen Wirklichkeit zum immer wiederholten Auftreten derselben eidetischen Singularität zusammenschrumpfte, würden doch jeder Person an jedem Punkte und in jedem Momente der geschichtlichen Welt Aufgaben zufallen, die der Person eine besondere, so nicht wiederkehrende Entfaltung, der Welt eine besondere noch nicht geleistete Bearbeitung sicherten. Würden aber die gleichen Momente geschichtlicher Weltbearbeitung als Resultate des Auftretens verschiedener Individualitäten fungieren, so würden doch irgendwelche Punkte ihres Vor und Nach sich unterscheiden. Damit wären zugleich die Momente selbst als geschichtlich gewordene nicht nur ontisch andere, sondern inhaltlich verschiedene. Dies wäre nur dann nicht der Fall, wenn derselbe geschichtliche Moment das Auftreten derselben geschichtlichen Person bedingte und aus der Konstellation die Wirklichkeit des nächsten Momentes mit eindeutiger Notwendigkeit flösse usf. Diese Voraussetzung würde aber ein fremdes mechanisches Erklärungsprinzip in die Geschichte tragen, das in deren Wesen gar keinen Anhalt des Verständnisses findet: Ich kann begreifen, dass ein geschichtlicher Moment das Auftreten geschichtlicher Personen bestimmt, d.h. besondert, indem er aus ihnen herausgelockt, was ihm gemäß ist; welche verständliche Kraft aber soll ihn befähigen, dieses Auftreten durch Verlockung des Geistes in die Wirklichkeit erzeugend zu bestimmen?

[5] Dies bestimmt bei den Stoikern als praktische Forderung ihre eigentümlichen apologetischen Erörterungen des Alters.

5.II.1916 “Ich gratuliere Dir herzlichst zum Eisernen Kreuz”

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Wolfgang Husserl an G. Husserl, 5. II. 1916

Lieber Gerhart!                                                                                                                         5. 2. 16

Ich gratuliere Dir herzlichst zum Eisernen Kreuz, das Du Dir schon seit so langer Zeit verdienst hast, zumal seit dem 26. Februar 15. Lass’ es Dir in der Heimat recht gut gehen und komm’ doch zu uns, aber recht bald!

Gruß,

Wolfgang

2.II.1916 “Manchmal hat man vor eintretenden Dingen ein Grauen”

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Wolfgang Husserl an M. Husserl, 2. II. 1916

                                                                                                                                         Etain, den 2. 2. 16

Mein Urlaubsgesuch, das vom Regiment und der Brigade auf 10 Tage befürwortet der Division vorgelegt war, ist von dieser abgelehnt worden. Es kam eben gerade, als das Gesuch bei der Division lag, der Befehl vom A. O. K., dass Urlaub nur noch in den dringendsten Fällen gewährt werden dürfe. Ich hoffte immer noch, dass es bis zum Korps gegangen wäre. Dann hätte Exzellenz von Gündell mir schon Urlaub gegeben, ebenso wie Herr Major von Langsdorff, der nun doch gefahren ist, und zwar auf 24 Tage nach Baden-Baden. Na, aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Wenn die Urlaubssperre vorüber ist, reiche ich nochmal ein und dann kriege ich sicherlich. Ich bin eben ein paar Tage zu spät gekommen. Ich wollte erst gar nicht ran. Erst auf Deine Bitten hin reichte ich ein. Ich habe nicht mehr so viel zu tun. Morgen muss ich prüfen, ob in der Stellung die niedergelegten Bestände an Ess- und Trinkvorräten, Licht und Notdurft … (?) vollzählig vorhanden sind. Das Wetter ist trockener. Die schlimmste Jahreszeit ist vorbei. Was wir jetzt an Entwässerung in den Gräben bauen, wird uns nächsten Winter sehr zugute kommen. Ich denke, da wird kein solches Schlamassel eintreten und unsere Grabenverkleidungen werden halten. Man guckt hier im Festungskrieg in alle möglichen Handwerke herein. Manche Fachausdrücke sind mir jetzt so geläufig, als ob mein Vater Maurer, Schmied oder Zimmermann sei. Dein Brief vom 30. 1. freute mich sehr. … Ich hoffe aber, der Umzug wird erleichtert dadurch, dass Gerhart und ich fehlen. Strenge Dich nur nicht zu sehr dabei an. Manchmal hat man vor eintretenden Dingen ein Grauen, und wenn sie sich dann wirklich ereignen, ist immer alles halb so wild. So geht es mir wenigstens. Zuerst graute ich mich davor, Leutnant zu sein, und jetzt geht doch alles tadellos. Wem Gott ein Amt gibt, gibt er auch Verstand. Durch Eifer und „Sich-hineinleben“ kann man vielfach Vorkenntnisse ersetzen. Ich hatte doch von den technischen Dingen wenig Ahnung, und jetzt kann ich schon mitreden. Mit Herrn Hauptmann Frentzen, Führer der Pionierkompanie, die I/19 unterstellt ist, kann ich fast schon fachsimpeln. Neulich trank ich nachmittags bei ihm Kaffee. Er spielt beim Bataillon eine große Rolle. Er ist energisch, streng und rücksichtslos, aber stets sachlich (Sachlichkeit, d. i. Gerechtigkeit ist bei mir die höchste Tugend) und persönlich sehr nett. (Zivilberuf: Regierungsbaumeister, zuletzt im Ministerium für Bauten tätig). Also habe recht viel Humor beim Umzug. Bei jedem Kratzer, den die rohen Packknechte den schönen Polituren zufügen, musst Du sagen „verflucht“ und dann lachen. Dann bist Du militärisch. Hoffentlich kommt Gerhart nun auf Urlaub, wenn er so herunter ist.

Gruß,

Wolfgang

 

Kaizo

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In August 1922 Tadayoshi Akita, an editor of the Japanese journal “Kaizo”, asks Husserl to write an essay for this journal. Interesting that Akita translates in his letter KAIZO as “Reconstruction” and not as “renewal” (Erneuerung). Husserl sends an article which he titled “Erneuerung. Ihr Problem und ihre Methode” (“Renewal. Its Problem and Its Method”). In the following year he sends more articles: “Die Methode der Wesensforschung” (“The Method of Essential Inquiry”) and “Erneuerung als individualethisches Problem” (“Renewal as an Ethical Problem for the Individual”).

Husserl’s article “Die Idee einer philosophischen Kultur. Ihr erstes Aufkeimen in der griechischen Philosophie” (The Idea of a Philosophical Culture. Its Original Germination in Greek Philosophy”) was published in 1923 in “Japanisch-deutsche Zeitschrift für Wissenschaft und Technik”.

See the Front- and backside of Husserl’s copy of the journal “Kaizo” (March, 1923). The translation of his article: “Erneuerung. Ihr Problem und ihre Methode” (p. 84-92) into Japanese can be found in the same journal on p. 68-83.

Kaizo - Cover a Kaizo - Cover b

 

31.I.1916 “Wir haben hier dieselbe Ahnung wie ihr”

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Wolfgang Husserl an G. Husserl, 31. I. 1916

 

Lieber Gerhart!                                                                                               <Poststempel> 31. 1. 1916

Deine Karte vom 25. des Monats erhalten. Vielen Dank! Wir haben hier dieselbe Ahnung wie ihr. Mit Urlaub sowohl zu Dir hin als nach Hause ist es nichts, da nach dem gestrigen Regimentsbefehl Urlaub nur noch in den dringendsten Fällen gewährt werden soll. Allerdings ist mein Gesuch um Erholungsurlaub nach Göttingen schon vor dieser Verfügung ans Korps gegangen und bisher noch nicht beantwortet. So habe ich noch ein Fünkchen Hoffnung. Willst Du Dich nun zu Regiment 19 versetzen lassen? Wenn ich Deine Einwilligung habe, gehe ich zum Regimentskommandeur. Es wäre doch schön, wenn wir wieder zusammen wären, falls die Sache wirklich losgeht.

Es grüßt herzlichst,

Wolfgang

Wie stellst Du Dich zu Papas Berufung? Ist es nicht sehr schön?

Als Absender dürfen wir nur noch Regiment und Kompanie angeben. Für Dich bleibt die Adresse dieselbe.

Jan Patočka: “Der Glaube an eine geistige Sendung der Philosophie verbindet alle Phänomenologen”

Patocka, Husserl and Fink (Freiburg Lorettoberg Mercystr, probably end of 1934)

 

In the following letter Jan Patočka thanks the former director of the Husserl-Archives, Samuel Ijsseling, for sending him copies of “Die Welt des Menschen – die Welt der Philosophie” (Phaenomenologica 72).

Patočka writes a few weeks before his death:

“Ich kann die große Ehre, die mir da <bezüglich der Festschrift> zuteil geworden ist, nur als Vertreter derjenigen verstehen, die auch unter weniger günstigen Bedingungen bemüht sind um eine Kontinuität der geistigen Gemeinschaft in Philosophie und Geistewissenschaft, die auch hierzulande zahlreicher sind als es vielleicht scheinen möchte. Der Glaube an eine geistige Sendung der Philosophie verbindet alle Phänomenologen, welcher Abschattung sie sich auch verpflichtet fühlen mögen.” (23.XII.1976)

Patocka's letter to S. jsseling (Dec. 1976)
Patocka’s letter to S. jsseling (Dec. 1976)

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30.I.1916 “Ich denke, in Freiburg wird‘s auch nett werden”

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Wolfgang Husserl an M. Husserl, 30. I. 1916

 

Liebe Mama!                                                                                                        Etain, den 30. 1. 1916

Ich habe das Bedürfnis, mal wieder ausführlicher als bisher nach Hause zu schreiben. Wieder hat eine für mich sehr schöne und lehrreiche Zeit geendet, die Vertretung des beurlaubten Leutnants Wendelstadt, der heute wiedergekommen ist, und dem ich mit Stolz die Arbeiten, die ich um ein merkliches Stück vorwärts gebracht habe, übergeben konnte. 140 Leute, arbeitende Leute, unter sich zu haben, das sind mehr als 2 arbeitende Kompanien, ist doch eine ganz respektable Tätigkeit. …

Jetzt bin ich wieder Laufgrabenoffizier. … Euch kann ich das nicht schreiben, was uns jetzt hier bewegt, weil es streng verboten ist, über Truppenverschiebungen und derartiges nach Hause zu berichten. Deshalb ist die Briefkontrolle in den Kompanien verschärft worden. Das Leben geht hier seinen alten Gang. Die Division drängt leider immer mehr und die Hetze wird jeden Tag ärger. … Gerhart schrieb mir, ich solle ihn doch besuchen. Möglichst bald, da sie dort dieselbe Ahnung haben wie wir. Er schrieb: vereor, ne prius quam omnes putent hostes aggrediamur. Ich habe vor 4 Tagen Urlaub eingereicht mit der Begründung, dass meine Atmungsorgane infolge meines Lungenschusses geschwächt wären und ich deshalb einer Luftveränderung bedürftig wäre. Das Gesuch ist ans Korps gegangen. Ich nehme an, dass es abschlägig beschieden werden wird, da nach dem gestrigen Regimentsbefehl Urlaub nur noch in dringenden Fällen, und zwar nur vom Korps (bisher konnten Mannschaften vom Regiment beurlaubt werden) gewährt würde. So bin ich hinten runtergerutscht. Major von Langsdorff, der sehr gichtleidend ist, wurde Erholungsurlaub auch verweigert. Ein bisschen Hoffnung habe ich aber doch, da ich noch keine negative Antwort habe. Bitte Lektüre! Goethes Meisterdramen in Reclam! Ich habe gar nichts Rechtes zu lesen. Sonst ist die Post von zuhause auch recht spärlich. Was aber kommt, ist exquisit. So die Basler Leckerli. – Dein Brief vom 24. des Monats freute mich sehr. Schön ist es, dass wir unser Haus so schnell losgeworden sind trotz der Kriegszeit. Ich denke, in Freiburg wird‘s auch nett werden. Mit den Herren meiner Kompanie stehe ich wirklich gut und das Zusammenleben ist nett. …

W.

„Der Konflikt“ (Fritz Kaufmann) – S. 4-10.

[S. 4]

 I. Über das Wesen der geschichtlichen Person

Wenn ich mich, hineingestellt in die Verwicklungen, Entwicklungen einer ungeheuren Geschichte frage: wodurch denn bin ich, außer dem, dass ich ein Substrat fließenden Bewusstseins, ein Lebewesen begabt mit natürlichen Kräften des Leibes und der Seele bin, wodurch bin ich Element des geschichtlichen Werdens, da ja dem Ich des bloßen reinen Bewusstseins die Weltwirksamkeit, dem natürlichen Leib-Seele-Wesen die geschichtebildende Kraft fehlt? Ich, der jetzt im Elternhaus sitzende Mensch, Bürger, Soldat, Student, bin nicht bloß wie ein Bett, in dem erlebte Inhalte immanenter Art oder mit transzendentem Bezuge aus erwarteter Zukunft in erinnerte Vergangenheit gleiten, nicht nur ein psychophysisches Wesen, das auf Eindrücke der psychischen und physischen Außenwelt mit leichter oder schwerer messbarer Gesetzlichkeit nach Eigenart und Leistungskraft seiner leiblich-seelischen Organe und Eigenschaften reagiert. Ein Blick auf das Wesen geschichtlicher Forschung belehrt über das Wesen des geschichtlichen Seins, dem sie genügen will, somit auch der geschichtlichen Person. Dem verstehenden Sicheinverleben auf der Aktseite entspricht der Intention nach auf der Gegenstandsseite, in der geschichtlichen Welt, ein dem Verständnis zugänglicher Sinnzusammenhang. Es wird nötig sein, mit einigen Worten zu sagen, was damit [S. 5]gemeint ist; es werden aber auch einige Worte genügen, da hier die Untersuchungen Husserls und seines Kreises, vor allem die vorbildlich klaren von Edith Stein[1], die Grundlage für Erörterungen schon geschaffen haben.

Diese Notwendigkeit besteht kaum für die Trennung des Sinnzusammenhangs vom Kausalnexus, dem ich selbstverständlich auch als natürliches Lebewesen unterworfen bin: Er setzt gewisse Bedingungen der Auslösbarkeit und der Weltwirksamkeit meiner Akte. Dieser Kausalnexus, der nur die tatsächliche Bedingtheit des bloßen Auftretens eines im Übrigen unerkannten Geschehnisses durch das Auftreten eines anderen für empirische Forschung sicherstellt, hat keinerlei Ähnlichkeit mit jener Sinngesetzlichkeit, die eine Einheit der Begreiflichkeit aus dem Zusammen und Nacheinander der Elemente ihres Bereiches schafft: eine der vernünftigen Einsicht verständliche Einheit deshalb, weil und soweit als sie selbst eine Einheit aus Vernunft ist. Während der Kausalnexus mit der Natur notwendig als Faktum mitgesetzt ist, weil im Wesen der Natur der Aufbau nach dem Schema Ursache-Wirkung gründet, ist die Sinngesetzlichkeit immer nur soweit realisiert, wie praktische Vernunft rein oder irrend die Wirklichkeit durchsetzt hat.[2] Damit ist auch der wichtigere Unterschied gekennzeichnet, der von Fundierungseinheit, d.h. Einheit des Wesens, und Motivationseinheit, d.h. Einheit [S. 6]des Sinnes. Fundierungseinheiten werden hergestellt durch jene wesentlichen Bindungen und Schichtungen von Fühlen auf theoretische Akte, von Wollen auf Fühlen usw. Nicht wie Sinneinheiten drängen sie erst im Sein drängend zur Wirklichkeit, sondern sind in ihm und zwar notwendig mitgegeben und strukturieren gemeinsam mit wahrnehmbaren wirksamen Eigenschaften das Ganze der seelischen Einheit, oder anders gesagt: Die seelische Einheit entsteht auf Grund differenzieller Anlagen aus der wesensmäßigen Fundierung der Subjektivitäten. Die geistige Einheit der Person dagegen wird durch das Werden eines Sinnzusammenhangs geschaffen, der das Auftreten und die Artung der Subjektivitäten aus Vernunft motiviert und nach Maßgabe personaler erlebbarer Eigenschaften verschiedener Tiefenstufen, die sich in ihnen enthüllen. Wenn ich das Werden eines Genius wie Napoleon verstehen will, so fasse ich es vornehmlich als Funktion gewisser Werte und Unwerte, in deren Entfaltung sich sein persönliches Wesen und dessen Tiefe enthüllt. Es sind dies solche Werte, die in der Stellungnahme und dem Verhältnis, die ich zu Wertrealitäten gewinne, zu erlebbarer Gegebenheit kommen, sich darin aussprechen, Werte wie Treue, wie Ehrliebe, Religiosität, Schönheitssinn, Erkenntnisdrang, Pflichtgefühl usw. – Werte, denen physisches Sein, animalische Kräfte, seelische Fähigkeiten nur Bedingungen des Auftretens vorschreiben. Diese geistigen Werteigenschaften suchen sowohl im Streben und Widerstreben, Wählen und Verwerfen der [S. 7]Person deren Stellung zu den Wertrealitäten ihrer Umwelt zu bestimmen, wie im Schaffen die Gestaltung und Umgestaltung, der sie die geschichtliche Wirklichkeit unterwirft. Also: eine geschichtliche Person ist konstituiert durch gewisse Werte, die ihr Richtungen der Selbstgestaltung und Weltgestaltung vorschreiben. Eine Person verstehen heißt: ihr Sein und Werden als Diktate dieses personalen Wertwesens begreifen.

Die Einheit der geschichtlichen Person, d.h. jene personale Geschlossenheit, die einen ungebrochenen Verständniszusammenhang ermöglicht, ist also durch ihren Vernunftcharakter nicht als feste Wirklichkeit, sondern als Aufgabe gesetzt – anders als die Einheit der Natur, ja auch als der Psyche in dieser. Ein Blick auf das Wesen der geistigen Struktur des Kindes, in dem erst die Keime des kommenden Seins zu treiben beginnen, lehrt Grund und Sinn dieser Aufgabe kennen.

Die Unfertigkeit des Kindes bedeutet neben der Unentwickeltheit seiner natürlichen Anlagen eine Undeterminiertheit, eine Vagheit der Strebungsrichtungen, in die Gesetz und Richtungsbestimmtheit erst mit der fortschreitenden Entfaltung der Persönlichkeit eintreten. Das personale Wertwesen enthüllt sich immer klarer in der Art, wie das Subjekt sein Leben, seine Umwelt gestaltet, Güter schafft und erstrebt, Wertverhältnisse eingeht und auflöst, Personen hasst und liebt. Mehr und mehr hat alles, worauf das Ich den Stempel der Bejahung drückt, auch an sich schon den Charakter der Verträglichkeit, ja – fordert sich untereinander zur [S. 8] Ergänzung: sodass eine gewisse Voraussicht möglich ist, wie sich das Subjekt zu gewissen Forderungen und Lockungen der Außenwelt, zu gewissen Personen und gewissen Leistungen, zu gewissen Fragen des Lebens stellen wird. Wir deduzieren daraus, was eine phänomenologische Beschreibung, wie wir hoffen, bestätigen würde: Das Wesen einer Person ist von Ursprung an seinen Elementen nach wie dem Gewichte nach vorgegeben, das diese Wertelemente im Gefüge der Person haben. Dieses Gefüge in Schichtung und Gliederung selbst aber entsteht erst in der Geschichte. Die Wertelemente bekommen ihre dem Wesen der Person gemäße Stellung durch Ausgewichtung, Schaffung personaler Zonen und Strukturen. Die Bildung der Person als Kosmos ist einigermaßen analog der Bildung eines großen Weltsystems. Wertatome haben untereinander Kräfte der Anziehung und Abstoßung, Beziehungen der Verträglichkeit und der Unverträglichkeit, der Ergänzungsfähigkeit und -bedürftigkeit oder der Ausschließlichkeit. Diese Atome sondern sich von jenen und schließen sich mit anderen zu molekularen Anlagezentren personalen Werdens zusammen, die in die Mitte des kindlichen Nebelsternes einzudringen suchen und sich gegenseitig ihre solarische oder planetarische Existenz anweisen. Je deutlicher sich in diesen Prozess der Ausgewichtung das Atom eines personalen Wertes, das Molekül eines Wertgefüges als Dominante des Wertwesens erweist, umso mehr werden andere Werteigenschaften mit in ihren Bannkreis gezogen, unverträgliche zu peripherischer Bedeutung herabgewürdigt, Ansätze zu anderen personalen [S. 9]Strukturen vorübergehend unterdrückt oder endgültig zerstört. So kristallisiert sich aus dem Chaos personaler Anlagen, aus vielfältigen Möglichkeiten die endliche Wirklichkeit der geschichtlichen Person.

Wir müssen nun begreifen, dass diese Personalität niemals zu endgültiger Festigkeit geschichtlicher Erscheinung erstarren kann. Dies unabänderliche Schicksal der Geschichtlichkeit gründet allerdings nicht in der Reinheit des Wesens Person, sondern in der Endlichkeit der Person. Vollendung und Vollkommenheit sind keine Kategorien des geschichtlichen Werdens, es gibt in der Geschichte keine abgeschlossene oder gar vollkommene Einheit derart, dass alles Sein und Geschehen sich je aus Vernunftgründen ganz verstehen oder gar ganz rechtfertigen ließe. Vielmehr ist die geschichtliche Entwicklung bemessen durch das Drängen nach dieser Einheit des Sinnes, die Annährung an sie, die Entfernung von ihr; und die Epochen und die führenden Persönlichkeiten treten aus dem geschichtlichen Flusse durch die vereinheitlichende Kraft und die besonders wirksame Ausprägung partikulärer Werttendenzen hervor. Die Einheit der Geschichte bedeutet nicht, wie Hegel‘scher Optimismus meint, die Einheit des Siegeszuges der Vernunft, durch die der geschichtliche Moment zur bloßen Durchgangsstation würde, sondern den permanenten, wenn auch veränderlichen Bezug der historischen Kräfte auf eine Einheit des Sinnes, eine Kontinuität der Entfaltung, die einen immer erneuten Ausgleichversuch von Wertinnenwelt und Wertaußenwelt [S. 10]der Personen darstellt.

[1] Stein, Zum Problem der Einfühlung. Halle 1917.

[2] Vernunft ist hier als die geistige Kraft verstanden, die die Akte einer Person durch Wertgerechtigkeit zu motivieren trachtet.

Royaumont Abbey 1957: the (famous) Husserl Congress

Troisième colloque philosophique de Royaumont, 23-30 avril 1957 [organisé par le Cercle culturel de Royaumont]

The Husserl conference took place in Royaumont one year before the “infamous 1958 Royaumont Colloquium on analytic philosophy”. Participants at the 1957 Royamount conference were: Hans-Georg Gadamer, Alexandre Koyré, Herman van Breda, Roman Ingarden, Eugen Fink, Alfred Schütz, Emanuel Levinas, Merleau-Ponty … – (the proceedings of the conference were published under the title “Husserl”, in French: Paris, Les éditions de Minuit, 1959 (Coll. Cahiers de Royaumont, Philosophie n°3)

“The theme of the 1958 meeting at Royaumont was the nature of analytic philosophy. The impressive list of speakers included Gilbert Ryle, J. L. Austin, P. F. Strawson, W. V. O. Quine, Bernard Williams, J. O. Urmson and R. M. Hare; and in the audience were A. J. Ayer, Charles Taylor, and continental philosophers such as JeanWahl, MauriceMerleau-Ponty and H. L.VanBreda, the founder of the Husserl-Archives in Leuven. It was hoped that this conference would lead to mutual understanding between Anglo-American philosophy, in particular ordinary language philosophy, and continental European philosophy, in particular phenomenology. The meeting was no success. In the words of someone who attended it, the conference was ‘a dialogue that didn’t come off . . . [F]ew left it much wiser than they came – at least as far as the subject of the conference wasconcerned’ (Taylor 1964, 132–3).” (See Søren Overgaard, (2010) ‘Royaumont Revisited’, British Journal for the History of Philosophy, 18: 5, 899—924.)

 

 

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Alfred Schütz and others at the the Royaumont conference 1957.

 

Speakers and topics of the Royaumont conference 1957.
Speakers and topics of the Royaumont conference 1957.